Rezension: The Future is Female

Titel: The Future is Female - was Frauen über Feminismus denken
Herausgeberin: Scarlett Curtis
Genre: Essays
Verlag: Goldmann
Seitenzahl: ~ 416

Inhalt
Auch heute sind wir trotz #MeToo und einer größer werdenden Aufmerksamkeit für die Thematik immer noch weit von der Gleichberechtigung der Geschlechter entfernt. Gender Pay Gap und Mansplaining sind nur wenige Beispiele für das Ungleichgewicht unserer Gesellschaft. Dieses Buch lässt Frauen aus unterschiedlichen Lebensphasen und mit sehr verschiedenen Hintergründen zum Thema Feminismus zu Wort kommen und versammelt zahlreiche, individuelle Meinungen. Für jede Frau bedeutet Feminismus etwas anderes, weil keine Frau wie die andere ist. Der heutige, intersektionale Feminismus definiert sich über das Dafür und Miteinander statt das Dagegen.

*Werbung/Rezensionsexemplar

Eindrücke
Zunächst ein großes Dankeschön an den Verlag, der mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Meine Meinung zum Buch bleibt davon natürlich unberührt.

Ich bin sehr froh, dass zum Thema Feminismus aktuell so viele spannende Bücher erscheinen und habe mich sehr gefreut The Future is Female zu lesen. Das pinke Cover lässt sich kaum ignorieren, was bei der Thematik sicherlich wichtig ist.

Das Buch setzt sich zusammen aus Essays. Jeder Frau werden hier einige Seiten zur Verfügung gestellt, um zu Wort zu kommen. Ehrlich, nachdenklich, direkt, ungeschönt. Hier schreiben Frauen darüber, was für sie persönlich Feminismus bedeutet, welche Erfahrungen sie damit gemacht haben oder was sie sich für den neuen Feminismus wünschen. Gesammelt wurden hier Stimmen von Aktivistinnen, Journalistinnen, Schauspielerinnen und vielen mehr. Jede hat einen ganz eigenen Blick auf den Feminismus. Sie befinden sich in sehr unterschiedlichen Lebensphasen. Von jugendlicher Aktivistin über die erfahrene Geschäftsfrau bis hin zur berühmten Schauspielerin ist alles dabei.

Besonders stach für mich zum Beispiel Keira Knightleys Essay namens "Das schwächere Geschlecht" hervor. Ihre beinahe brutal-offenen Schilderungen gingen mir unter die Haut und nachdem ich den letzten Satz ihres Beitrags gelesen hatte, fragte ich mich, wie irgendwer überhaupt auf die Idee kommen kann die Frau als das schwache Geschlecht zu bezeichnen.

Fazit
Eine Bewertung persönlicher Meinungen fällt mir immer schwer. Mit einigen der Frauen kann man sich besser identifizieren als mit anderen. Manche Beiträge werden einen nicht ansprechen und andere dafür umso mehr. Für mich spiegelt sich darin aber wieder worum es im neuen, intersektionalen Feminismus geht und warum The Fututre is Female verfasst wurde. Es geht darum zu sehen, dass jeder Feminismus für sich selbst definiert, aber alle ein gemeinsames Ziel haben. Auch wenn man sich mit dem Feminismus einer anderen Person nicht 1:1 identifizieren kann, kommt es darauf nicht an und die Beiträge im Buch veranschaulichen dies sehr gut.

Mir persönlich gefiel ein Großteil der Beiträge sehr gut. Vieles stimmte mich nachdenklich, einiges verursachte bedrücktes Kopfschütteln und anderes machte Mut. Was mich aber nicht so anspricht ist die Farbe Pink des Covers. Hier wurde ein schreiendes, fast aggressives Pink gewählt und ich verstehe den Grund dafür, aber mir persönlich gefällt es nicht, dass Feminismus in Pink gekleidet wird. Mit Pink werden - leider - immer Frauen und Mädchen in Verbindung gebracht. Ich finde es daher nicht gut, dass die Farbe für das Thema Gleichberechtigung aufgegriffen wird. Es gibt sogar einen Abschnitt im Buch, der zur Farbe Pink informiert. Aber der spezielle, beschriebene Pinkton - welcher nämlich Betrachter erwiesenermaßen weniger aggressiv stimmt - wurde vom Verlag leider nur auf dem Innencover verwendet. Wenn schon Pink, hätte er mir besser auf dem äußeren Cover gefallen.

Insgesamt möchte ich das Buch jedem Empfehlen, der erfahren möchte wie es für Frauen ins unserer Gesellschaft ist nicht gleichberechtigt zu sein. Was sie empfinden und was sie sich erhoffen. Und übrigens betonen sie auch, wie ungesund die fehlende Gleichberechtigung für Männer und Jungen ist, die ebenfalls in eine Rolle gedrängt werden. Ich fände es schön, wenn es noch ein ergänzendes Buch geben würde, in dem Männer zu Wort kommen, die Feministen sind.