Rezension: Für dich soll's tausend Tode regnen

Titel: Für dich soll's tausend Tode regnen
Autorin: Anna Pfeffer
Genre: Jugendroman, Liebe, Young Adult, Romance, Contemporary
Verlag: cbj
Seitenzahl: ~ 320

Inhalt
Emi hasst ihr neues Zuhause, die neue Stadt, die neue Schule und die Neue ihres Vaters. Sie verpasst zum Zeitvertreib allen, von denen sie genervt ist, eine kreative Todesart. Die Krönung ist Erik, der nach einem Monat Suspendierung wieder zurück in ihre Klasse kommt und sie gehörig provoziert. Für ihn hat Emi besonders einfallsreiche Todesarten auf Lager. Nach einer explosiven Chemie-Stunde werden die beiden zu einer Strafarbeit verdonnert und verbringen gezwungenermaßen viel Zeit miteinander. Genug Zeit, um zu entdecken, dass Erik nicht ganz so nervig ist, wie Emi zunächst dachte...



Meinung
Meine makabere Ader ist Schuld, dass ich von Totenköpfen magisch angezogen werde. So auch vom Cover von Für dich soll's tausend Tode regnen, welches so toll gestaltet ist - ein wenig makaber, aber auf sympathische Weise. Natürlich konnte ich nicht daran vorbeigehen und der Klappentext tat dann sein Übriges. Ein bisschen erinnert mich die negativ-witzige Grundstimmung des Buches an die Teuflisches Genie Trilogie von Catherine Jinks.

Emi ist eine Außenseiterin, aber nicht auf den Mund gefallen. So gerät sie schnell mit Erik aneinander, der sein Außenseiter-Dasein irgendwie kultiviert hat und im Gegensatz zu ihr von den Mitschülern Anerkennung und Bewunderung erfährt. Besonders von Louisa, der perfekten Obertussi, die irgendwie wohl in jeder Klassengemeinschaft zu finden ist und sich einen Spaß daraus macht auf Emi herabzuschauen.

Um sich durch ihren Alltag und all das ungewollte Neue in ihrem Leben zu kämpfen, tröstet sich Emi damit, für jeden, der ihr negativ auffällt, ausgefallene Todesarten zu visualisieren. Zugleich sammelt sie kuriose Todesfälle in einem schwarzen Buch, das sie immer dabei hat. Ausgerechnet mit Erik im Unterricht zusammen arbeiten zu müssen, kann ja nur schief gehen und ehe sich die beiden versehen, stecken sie in einer achtwöchigen Strafarbeit und müssen auch noch Zeit miteinander verbringen. Emi schlägt schließlich eine Challenge vor. Der Verlierer übernimmt die Strafe des anderen mit und beide sind von der Gesellschaft des anderen erlöst.

Während sie sich also immer wieder gegenseitig herausfordern, beide zu stur, um aufzugeben, finden sie mehr und mehr übereinander heraus und müssen feststellen, dass sie ja gar nicht so unterschiedlich sind.

Fazit
Für dich soll's tausend Tode regnen von Anna Pfeffer bedient sich einiger bekannter Klischees: Hass-Liebe zum Schul-Bad-Boy, Reibereien mit der allseits beliebten und bewunderten "Schulkönigin" und ein Missverständnis kurz vor Schluss. Dabei ist es aber so angenehm und kurzweilig, gewürzt mit den zahlreichen kreativen Todesarten, dass man nicht umhin kommt sich wunderbar unterhalten zu fühlen. Ich glaube die Autorinnen müssen eine Menge Spaß gehabt haben all die skurrilen Todesarten zu recherchieren oder zu erfinden. Auch die Challenges von Emi und Erik sind wunderbar witzig und beide sehr sympathische Figuren. Wer selber mal Außenseiter war, leidet garantiert ein wenig mit. Natürlich kratzt das Buch in vielerlei Hinsicht nur an der Oberfläche, aber im Hinblick auf die jüngere Zielgruppe, ist das kein Kritikpunkt. Ich habe die Geschichte sehr schnell ausgelesen und mich dabei gut amüsiert. Meine Bewertung liegt bei 3,5 Sternen, aufgerundet auf 4 Sterne, weil das Cover einfach den halben Stern verdient hat. Wer Jugendromane mit einer Prise Romantik und Humor (von der makaberen Sorte) mag, sollte ruhig mal 'reinlesen.

★★★★☆