Montagsfrage: Hat sich dein Leseverhalten durch die fortschreitende Digitalisierung verändert?

Diese Frage fiel mir beim Lesen eines Artikels in einer Zeitschrift ein. Es ging darum, dass die meisten Menschen immer häufiger nur noch überfliegen oder Texte nicht zu Ende lesen, da sich durch die Digitalisierung unser Leseverhalten verändert hat.

Dabei fiel mir leider auf, dass es tatsächlich stimmt...zumindest bei mir. D:

Also: Ja, mein Leseverhalten hat sich geändert. Durch WhatsApp etc. bin ich so daran gewöhnt kurze Nachrichten zu lesen, bei denen es tatsächlich meist reicht sie zu überfliegen, dass mir für längere Texte die Geduld schleichend abhanden kommt.

Mir fällt es schwerer mich zu vertiefen. Vor allem, wenn die Handlung mich nicht von Anfang an packen kann (was nicht grundsätzlich immer schlecht ist, es hängt vom Aufbau und Stil ab). Ich merke dann beim Lesen, wie meine Gedanken abschweifen oder ich ungeduldig werde. Das ist ein Verhalten, das bei mir früher nie vorkam und welches ich nur der Digitalisierung und dem dadurch veränderten Leseverhalten zuschreiben kann.

Auch war ich früher ein Fan dickerer Bücher. Oder wenn nicht Fan, dann hat mich die Dicke eines Buches zumindest nie vom Kauf abgehalten. Inzwischen ist das anders. Wenn es länger als 500 Seiten ist (bei Autoren, die ich noch nicht kenne), zögere ich oft, weil ich denke: Och nö, damit bin ich ja ewig beschäftigt.

Das finde ich ehrlich gesagt etwas erschreckend und es gefällt mir auch überhaupt nicht. Es zeigt nämlich, dass die Aufmerksamkeitsspanne sinkt und wenn mich also die ersten paar Seiten eines Buches nicht gleich total überzeugen, lässt [bei mir] das Interesse viel schneller nach, als das früher der Fall war.

Wie ist das bei euch? Habt ihr auch Veränderungen festgestellt?