Montagsfrage: Wenn du liest, stellst du dir dann bewusst alles vor oder passiert das eher automatisch? Oder liest du einfach ohne Kopfkino?

Die heutige Frage hat sich Dark Fairy von Dark Fairys Senf ausgedacht - vielen Dank dafür! :)

Bei mir passiert alles automatisch. Sobald ich lese, rufen die Worte Bilder hervor, die mein Kopfkino ausmachen. Es kommt aber auch vor, dass in meinem Kopf fast gar nichts visualisiert wird oder nur teilweise. Das scheint von der Geschichte (oder meiner Tagesform?) abhängig zu sein.

Was ich immer wieder feststelle ist, dass viele Figuren zwar in meinem Kopf bildlich entstehen, ich aber kein klar definiertes Gesicht erkennen kann. Das muss man sich in etwa so vorstellen, dass ich zwar eine Figur mit bestimmter Haarfarbe, Augenfarbe und Kleidung im Geiste vor mir sehe, aber Gesichtszüge bleiben aus. Nichts. Dazu müsste ich bewusster darüber nachdenken (was mich zu sehr ablenken würde) und selbst dann entsteht nicht immer ein eindeutiges Gesicht. Deshalb habe ich auch wenig  Probleme mit Buchverfilmungen, weil es nur sehr selten vorkommt, dass eine Figur so gar nicht dem entspricht, was ich mir vorgestellt habe. Von Personen habe ich äußerlich also immer eher eine vage Idee und das reicht mir auch.

Mit dem Drumherum, wie Gebäude oder Natur, habe ich hingegen klarere Vorstellungen und die brauchen auch wenig Anstoß durch Beschreibungen. Daher stören mich zu detailierte Ausführungen immer im Lesefluss. Meine Fantasie braucht nur ganz wenig Anreize und wenn es zu viel wird, werde ich ungeduldig und Langeweile kommt auf. Das wird leider bei High Fantasy für mich gelegentlich zum Problem, wenn der Weltenaufbau sehr ausführlich ist.

Jetzt bin ich neugierig wie das bei euch ist! Kopfkino oder nicht?