Samstag, 11. April 2015

Rezension: Hawksong / Amelia Atwater-Rhodes

Titel: Hawksong
Autorin: Amelia Atwater-Rhodes
Genre: Fantasy, Romance, YA
Verlag: Delacorte Press
Seitenzahl: ~256
Sprache: Englisch

Inhalt
Danica Shardae ist ein Vogelgestaltwandler und nimmt die Form eines Habichts an, was für sie so natürlich ist wie ihre menschliche Form, wenn sie mit den Füßen am Boden ist. Ebenso normal ist für sie und ihr Volk ein Jahrhunderte andauernder Krieg mit den Schlangen, von dem niemand mehr genau weiß, wie die Kämpfe begonnen haben. Danica macht der Krieg mürbe und sie hat genug davon. Als Thronerbin der Vögel würde sie nahezu alles tun, um ihrem Volk Frieden zu bringen - auch wenn das bedeutet Zane Cobriana, den Erben der Schlangengestaltwandler als ihren Gefährten zu akzeptieren, um die beiden Königsfamilien zu vereinen. Aber nicht jedes Mitglied ihrer Völker ist mit dieser Lösung einverstanden...

Meinung
Für Geschichten über Gestaltwandler bin ich so gut wie immer zu haben und das Buch lungerte nun schon eine Weile auf meiner Wunschliste herum, also habe ich kürzlich zugeschlagen, als der Preis der TB-Ausgabe ordentlich sank - etwas anderes zu tun, wäre ja fast ein Verbrechen. ;P

Die Handlung in diesem 1. Band, von insgesamt 7 Bänden der Kiesha'ra Reihe, wird aus Danicas Sicht erzählt und beginnt mit einem kurzen Einblick in die Vorgeschichte des ewig währenden Krieges zwischen den Völkern. Kurz darauf ist man als Leser auch schon mit Danica auf dem Schlachtfeld.

Danica ist des Kämpfens müde und wünscht sich sehnlichst eine Alternative zu Tod und Leid, aber viele Mitglieder ihres Volkes sind so an den Krieg gewöhnt, dass sie sich ein friedliches Leben gar nicht mehr vorstellen können oder wollen. Der Verlust vieler Familienmitglieder wiegt schwer auf ihnen und verschleiert ihren Blick. Auch Danica hat viele Verluste ertragen müssen, aber nach wie vor hofft sie einen anderen Weg zu finden.

Als dann unerwartet eine Botschafterin der Schlangen auftaucht und um eine Friedensverhandlung auf neutralem Boden bittet, ist Danica nur zu bereit darauf einzugehen. Doch die vorgeschlagene Lösung der neutralen Gestaltwandler trifft auf wenig Zuspruch und ehe die Verhandlungen fortgesetzt werden können, befindet sich Danica wieder auf dem Weg nach Hause. Im Hinterkopf immer noch, was den Krieg beenden könnte: Eine Verbindung zwischen den Königshäusern.

Wie sich herausstellt ist Zane Cobriana ebenso des Krieges müde wie Danica und bereit jeden Weg zu gehen, der Frieden bringen könnte. So tun sich schließlich die jungen Thronerben zusammen, um einen neuen Weg einzuschlagen.

Die Autorin schreibt sehr flüssig und man ist gleich in der Geschichte drin. Danica gefiel mir als Hauptfigur sehr gut. Sie verfügt über innere Stärke und stellt sich ihren Ängsten, wenn es um das Wohl ihres Volkes geht. Ihr Wille Frieden zu ermöglichen ist stärker als alles Andere. Ebenso Zane, den wir nur aus Danicas Sicht kennen lernen. Schlangen und Vögel sind von ihrem Naturell sehr gegensätzlich, doch auch in ihm steckt ein willensstarker Kern und ein Bedürfnis nach Frieden, sodass die beiden eine gemeinsame Basis finden können, egal wie sehr sie sich auch sonst voneinander unterscheiden.

Die verschiedenen Bräuche und Verhaltensweisen der beiden Völker sind von der Autorin schön herausgearbeitet, doch oft genug kratzt sie leider nur ein wenig an der Oberfläche. Insgesamt habe ich mir häufig mehr Tiefe gewünscht, was die Hintergründe der Völker und die Welt in der sie leben (es gibt noch viele weitere Gestaltwandlervölker) betraf. Gerade zum Ende hin lief mir alles dann doch etwas zu glatt in zu kurzer Zeit, da einige Konflikte nicht wirklich in ihrem Potenzial ausgeschöpft wurden und sich plötzlich schnell in Luft auflösten. Da hätte man mehr draus machen können. Aber ich nehme an, diese Schwächen sind der angepeilten Altersgruppe etwas jüngerer Leser zuzusprechen.

Fazit
Warum dann also 4 Sterne? Ganz einfach, ich fühlte mich wunderbar unterhalten, auch wenn ich oft lieber noch etwas tiefer in die Materie eingetaucht wäre und das Buch ließ sich genau so locker leicht 'runterlesen, wie ich es gerade brauchte, als ich es anfing. Zudem ist es ein Auftaktband einer mehrbändigen Reihe, auf die ich schon gespannt bin, weil wohl doch nicht alles so leicht aus der Welt zu räumen war, wie es am Ende dieses 1. Bandes scheint. Wer eine leichte Jugendromanze mit Fantasy-Setting lesen möchte, kann hier nicht viel falsch machen.


★★★★☆

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