Samstag, 10. Januar 2015

Rezension: Dhampir / Barb & J.C. Hendee

Titel: Dhampir (Band 1/6 Phase 1)*
dt. Titel: Dhampir: Halbblut
Autoren: Barb & J.C. Hendee
Genre: Fantasy, Paranormal
Verlag: Roc
Seitenzahl: ~ 375
Sprache: Englisch

Inhalt
Magiere hat sich ihren Ruf als effiziente Vampirjägerin sorgfältig erarbeitet. Im ganzen Land suchen Dörfer ihre Hilfe, um sich einer Vampirplage zu entledigen und diese Dienste lässt sich Magiere ohne zu zögern ordentlich bezahlen. Sie hat keinerlei Skrupel sich den Aberglauben des einfach gestrickten Volkes zu Nutze zu machen und dann ihres Weges zu ziehen, sobald sie sie um ihr Geld erleichtert hat.

Inzwischen dieser Arbeit müde geworden, wollen sie und ihr Partner, der Halbelf Leesil, jedoch nichts weiter als sich irgendwo in Frieden niederzulassen und ein ruhiges Leben zu führen. Leider hält der Frieden nicht an, denn in dem kleinen Örtchen am Meer lebt ein Trio mächtiger Vampire, die sich von Magieres Anwesenheit bedroht fühlen und sie als das erkennen, was sie wirklich ist. Um sie loszuwerden schrecken sie dabei vor keinem Mittel zurück...

Meinung
Laut Klappentext ist Dhampir eine Mischung aus Herr der Ringe und Buffy - Die Vampirjägerin. Ersteres kann ich (zumindest in diesem Band) nicht so ganz nachvollziehen, aber Ähnlichkeiten zu Buffy findet man definitiv.

Bei Dhampir von Autorenduo Hendee handelt es sich um den Auftaktband einer eher traditionellen Vampirreihe. Die Vampire schlafen in Särgen auf einem Häufchen ihrer Heimaterde, scheuen das Tageslicht, fürchten sich vor Knoblauch und sind insgesamt ziemlich unangenehme Zeitgenossen, die man jedoch auf die altbewährte Weise Pflock-durchs-Herz erledigen kann. Wer also klassische Vampirliteratur schätzt, dürfte hieran seine Freude finden.

Schauplatz ist ein an Transsylvanien angelehntes, osteuropäisches Land, welches von allerlei interessanten Wesen bevölkert wird. Viele sind nicht das was sie zu sein scheinen und fast jeder trägt ein Geheimnis mit sich herum.

Nach vier Jahren des Trickbetrügens mit Leesil an ihrer Seite, möchte Magiere die Vampirjagd an den Nagel hängen und sesshaft werden. Eine Taverne am Meer zu führen scheint dafür genau das Richtige. Leider kommt es anders als geplant und sie muss nicht nur erkennen, dass es Vampire tatsächlich gibt und man von ihr erwartet sie zu jagen, da ihr Ruf ihr vorauseilt, sondern auch, dass sie mit den Blutsaugern mehr gemeinsam hat, als ihr lieb ist.

Die Autoren kreieren - ganz im Stile älterer Werke des Vampirgenres - eine eher düstere Atmosphäre. Der Schreibstil ist dabei flüssig, aber gelegentlich verlieren sie sich etwas zu sehr im Detail. Besonders hervorzuheben ist die Gewichtung zwischen "Gut und Böse", denn man erfährt nicht nur häppchenweise mehr über Magiere und Leesil, sondern auch viel über die Vampire und deren Vergangenheit.

Die Entwicklung der Figuren gefiel mir sehr. Magiere wirkt anfangs wie eine taffe, unterkühlte Kämpferin, offenbart aber nach und nach dem Leser und auch Leesil eine verletzlichere Seite und gewinnt mehr Tiefe. Ebenso Leesil, der erst noch als vergnügungssüchtiger Trunkenbold daherkommt. Er zeigt mit Fortschreiten der Handlung, dass deutlich mehr in ihm steckt als das.

Zusammen mit dem Leser erfahren Leesil und Magiere nach und nach mehr übereinander und stellen fest, dass sie den jeweils anderen nur sehr oberflächlich kennen, obwohl sie schon jahrelang gemeinsam durch das Land ziehen. So wächst auch die Beziehung der beiden im Verlauf der Geschichte, was in meinen Augen sehr gelungen ist. Da bin ich sehr gespannt auf die folgenden Bände und in welche Richtung die Autoren ihre Figuren da gehen lassen werden, denn am Ende des Bandes sind noch längst nicht alle Geheimnisse gelüftet.

Fazit
Abgesehen von einigen Längen, die durch etwas zu viel Detailverliebtheit entstanden, habe ich Dhampir zügig gelesen und ungeduldig auf jedes weitere Informationshäppchen über Magiere und Leesil hingefiebert, denn die Autoren lassen sich Zeit und enthüllen nur in kleinen Schritten mehr über die beiden. Dieser Aspekt machte zu einem Teil die Spannung aus und hat mich sehr angesprochen. Insgesamt vergebe ich 4 Sterne und empfehle Dhampir gerne weiter.

★★★★☆


* Die dt. Ausgabe berücksichtigt dies meines Wissens nach nicht, aber im Englischen ist die Reihe in 3 Phasen unterteilt, die, soweit ich das sagen kann, jede für sich abgeschlossen ist. ;)

- Phase 1: Band 1-6 (Magiere und Leesil als Hauptfiguren)
- Phase 2: Band 7-9 (Nebenfigur aus den ersten 6 Bänden wird zur Hauptfigur)
- Phase 3: Band 10-13 (Figuren aus Phase 1 + 2 treffen wieder aufeinander)

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